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de.indymedia vor dem aus

Die Debatte um das evtl. aus von de.indymedia.org kommt nur sehr schleppend in fahrt. Dabei drückt die Zeit bereits enorm, denn nur noch knapp etwas mehr als einen Monat soll es so weiter gehen wie bisher, dann kommt es zu gravierenden Änderungen. Ob die Seite komplett Offline geht, als Archiv weiterhin erhalten bleibt oder sich das Konzept ändert, ist dabei noch nicht zu erkennen.

Viele überfordert die Diskussion die keine wirkliche ist. In Diskussionen kommen immer wieder die gleichen Fragen auf: Ist es wirklich so schlimm um Indy? Was hat es mit den Zensurmaßnahmen in der Vergangenheit auf sich? Stimmt es das der AntiD/AntiImp Kampf verbittert in der Moderation geführt wird? Und, und, und …

Dabei lässt sich Fragen, ob es die richtige Herangehensweise ist, die Diskussion um den Fortbestand ausgerechnet auf einer Indy Maillingliste zu führen, auf der seit Wochen nur zwei Hauptpunkte besprochen werden: “Wie kann ich euch helfen?” Anfragen, die still ignoriert werden und Schuldzuweisungen auf der anderen Seite. Der Rest könnte unter der Kategorie geordneter Rückzug betrachtet werden.

Für eine ganze Generation von Linken ist de.indymedia immer schon eine der wichtigsten Informationsquellen gewesen. Die Kommunikation bei Städteübergreifenden Mobilisierungen, oder das öffentlich machen von Missständen waren die häufigst genutzten Möglichkeiten, derer die diese Plattform ernsthaft genutzt haben. So führten die Moderator_innen einen ewigen Kampf gegen die Copy Paste Generation, stumpfes Trollen und flachen Versuchen der Faschos, die immer offene Plattform zu sabotieren. Schließlich haben die Faschos z.B. wohl wegen der eigenen Aussichtslosigkeit, eine OpenPosting Funktion nie etablieren können, denn schlussendlich wären schon nach wenigen Minuten, ihre Seiten “inhaltlich ergänzt” worden. ;-)

Die Fehlende Moderation in den letzten Monaten bzw. seit mindestens einem Jahr liessen einige aber schon böses ahnen. Denn üble Propaganda und Nachrede blieben oft Stunden bzw. Tagelang so einfach stehen. Dieses NoGo nutzten die Trolle schon nach kurzer Zeit aus und überfluteten in immer kürzeren Abständen die Plattform.

Aber trotz all dieser Punkte, ist und bleibt Indy für viele nicht wegzudenken. Sind auch die meisten ernsthaften Gruppen längst zu linksunten.indy ausgewichen, so ist für viele de.indy eine Quelle die zu vermissen wäre. Was wir allerdings wirklich nicht vermissen werden, ist der Ärger mit gelöschten Artikeln, wie z.B. Bekenner_innenschreiben. Wovor die Moderator_innen konkret bei so etwas Angst haben, konnte nie geklärt werden. So zeigt doch linksunten, das es auch geht. Außerdem sind in den letzten zwei Jahren, zahlreiche Schreiben so auch in den Medien besprochen worden, was als kommunikativer Sieg bezeichnet werden muss, denn schliesslich geht es ja auch darum bei Indymedia, denen einen Stimme zu geben, die sonnst untergehen im Alltag der Informationsgesellschaft.

Posted in Deutschland, Internet, Zensur.

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